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Benzin oder Diesel ⎼ was für ein Auto soll ich kaufen?

Ist ein Auto mit Benzinmotor besser als eines mit einem Dieselmotor? Lohnt sich ein Diesel für jeden? Sowohl Benzin- als auch Dieselfahrzeuge haben ihre Vor- und Nachteile. Wir haben eine große Auswahl an gebrauchten Benzin- und Dieselfahrzeugen, die du kaufen oder finanzieren kannst.

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Von Redaktion Cazoo

Beim Kauf eines Gebrauchtwagens, solltest du dir überlegen, welche Art von Kraftstoff deinen Bedürfnissen am besten entspricht. Es gibt mittlerweile zwar mehr Hybrid- und Elektroautos als je zuvor, aber die meisten gebrauchten Autos, die verkauft werden, haben immer noch einen Benzin- oder Dieselmotor. Aber für welches Modell solltest du dich entscheiden? Wenn du noch unsicher bist, ob dein nächster Gebrauchtwagen einen Benzin- oder einen Dieselmotor haben soll, geben wir dir hier eine kleine Entscheidungshilfe.

Vorteile von Benzinern

Anschaffungs- und Spritkosten

Der erste Vorteil, der dir als Autokäufer wahrscheinlich auffällt, ist der niedrigere Anschaffungspreis eines Autos mit Benzinmotor. Der kann im Vergleich zu einem Dieselmodell ein paar Tausend Euro betragen. Auch in puncto Spritkosten ist Benzin mittlerweile günstiger als Diesel. Der Unterschied liegt zwischen 2 und 10 Cent pro Liter. Bei einem 60-Liter-Tank sind das pro Tankfüllung zwar nur zwischen 1,20 und 6 Euro, zusammengerechnet auf ein Jahr macht sich das aber schon bemerkbar.

Viele Kurzstrecken

Benziner sind besser geeignet für Kurzstrecken. Wenn du dein Auto im Großen und Ganzen nur dazu benutzt, um die Kinder zur Schule zu bringen, den wöchentlichen Einkauf im Supermarkt zu erledigen oder regelmäßig Kurzstrecken in der Stadt fährst, ist ein Benzinauto definitiv die bessere Wahl. Moderne kleine Benzinmotoren, deren Leistung durch Turboaufladung gesteigert wird, können sowohl reaktionsschnell als auch kraftstoffsparend sein. Und sie verzeihen Kurzstrecken viel besser als Dieselmotoren, die ideale Langstreckenautos sind.

Laufgeräusch

Benzinmotoren sind in der Regel leiser. Trotz der Fortschritte in der Dieselmotorentechnologie sind benzinbetriebene Autos in der Regel immer noch leiser als Dieselfahrzeuge. Das liegt wiederum daran, dass die Motoren etwas anders funktionieren. So macht ein Benziner weniger Lärm und du spürst weniger Vibrationen, vor allem, wenn du ihn gerade erst kalt gestartet hast.

Luftverschmutzung

Benzinmotoren verschmutzen die Luft weniger, da sie anders arbeiten als Dieselmotoren. Sie erzeugen im Allgemeinen weitaus weniger Partikelemissionen, die zur lokalen Luftverschmutzung beitragen, die ⎼ insbesondere in städtischen Gebieten ⎼ mit Atemwegs- und anderen Gesundheitsproblemen in Verbindung gebracht wird. Diese Emissionen unterscheiden sich allerdings von den CO2-Emissionen, die mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden.

Steuern und Versicherung

Nicht zuletzt aufgrund der geringeren Luftverschmutzung sind die Steuern für einen Benziner auch weit niedriger als für einen Diesel – wobei es natürlich auch auf die Größe des Autos, bzw. die Stärke des Motors ankommt. So zahlst du bei einem Benziner pro 100 cm³ Hubraum 2 Euro Steuern. Bei einem Diesel kosten 100 cm³ Hubraum satte 9,50 Euro. Das macht bei einem 2-Liter-Motor ein Unterschied von 150 Euro pro Jahr. Dazu kommt eine Strafsteuer, wenn ein Auto mehr als 95 g CO2 pro Kilometer ausstößt. Hier kostet jedes Gramm zu viel zusätzlich 2 Euro pro Jahr.

Auch in puncto Versicherung haben Benziner die Nase vorne. Statistisch gesehen legen Fahrer eines Benziners pro Jahr weniger Kilometer zurück als Fahrer eines Diesels, was natürlich auch die Gefahr von Unfällen verringert. Da das Risiko für die Kfz-Versicherung somit auch geringer wird, Schäden regulieren zu müssen, sind die Versicherungsprämien für einen Benziner meist niedriger als für einen Diesel.

Nachteile von Benzinern

Verbrauch

Der einzige echte Nachteil eines Benzinautos ist, dass es im Allgemeinen weniger sparsam ist als ein Diesel. Der Liter Benzin ist an der Tankstelle zwar derzeit günstiger als der Liter Diesel, aber du verbrauchst in vielen Fällen mehr. Das gilt vor allem bei längeren Fahrten mit höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten, wo Dieselmotoren am effizientesten sind. Wenn deine einzige lange Autofahrt die jährliche 500-Kilometer-Rundreise in den Urlaub oder zu Verwandten ist, fällt das wahrscheinlich nicht sehr ins Gewicht, aber wenn lange Autobahnfahrten zu deinem Alltag gehören, wirst du mit einem Benzinauto wahrscheinlich viel mehr für Kraftstoff ausgeben als mit einem Diesel. 

Vorteile von Dieselfahrzeugen

Weite Fahrten 

Ein Diesel liefert bei niedrigeren Drehzahlen mehr Leistung als sein Benzinpendant. Dadurch muss er, um die gleiche Leistung zu erbringen, nicht so hart arbeiten wie ein Benzinmotor.  Entsprechend eignen sich Dieselfahrzeuge besser für längere Autobahnfahrten sowie zum Ziehen von Anhängern.

Verbrauch

Der größte Vorteil eines Dieselfahrzeugs ist sicher der geringere Verbrauch im Vergleich zu einem Benziner. Das liegt daran, dass Dieselkraftstoff schwerer ist. Denn er enthält mehr Kohlenstoffatome und hat somit eine höhere Energiedichte als die gleiche Menge Benzin. Zudem nutzt der Diesel die im Treibstoff gespeicherte Energie viel besser aus als ein Benziner. All das bedeutet, dass du mit einem Dieselfahrzeug bei der gleichen Menge Sprit mehr Kilometer zurücklegen kannst als mit einem Benziner. Dieser Unterschied kann sogar ziemlich groß sein: Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Dieselmotor einen offiziellen Durchschnittsverbrauch von etwa 3,5 Liter auf 100 Kilometer hat. Im Gegensatz dazu stehen etwa 6 Liter für ein vergleichbares Benzinmodell.

CO2-Emissionen 

Dieselfahrzeuge haben in der Regel gegenüber einem Benziner geringere CO2-Emissionen. Diese hängen nämlich direkt davon ab, wie viel Kraftstoff ein Motor verbraucht, so dass ein Diesel weniger CO2 ausstößt als ein vergleichbarer Benziner.

Lebensdauer 

Ein großer Vorteil eines Dieselautos ist – zumindest bei älteren Dieselfahrzeugen – im Allgemeinen auch die deutlich höhere Lebensdauer des Motors. Während ein Benziner oft schon nach 200.000 Kilometern schlapp macht, schafft ein Dieselmotor problemlos 400.000 oder 500.000 Kilometer und mehr, wenn er hauptsächlich für Langstrecken genutzt wird. Neue Dieselmotoren werden aufgrund ihrer Komplexität jedoch meist nicht mehr ganz so alt. 

Nachteile von Dieselfahrzeugen

Steuern und Versicherung

Natürlich haben Dieselautos auch einige Nachteile. Neben den höheren Steuern und der teureren Versicherung sind sie auch in der Anschaffung teurer als ihre benzinbetriebenen Kollegen. Der Hauptgrund dafür ist die Funktionsweise eines Dieselmotors. Die Konstruktion des Selbstzünders ist, da er in den Zylindern viel höheren Druckzuständen standhalten muss, weitaus aufwändiger als die eines Benzinmotors. Dadurch sind die Produktionskosten beinahe doppelt so hoch wie die eines Benzinmotors, was sich natürlich im Preis für das Auto niederschlägt. Moderne Dieselfahrzeuge sind außerdem mit einer komplizierten Technologie ausgestattet. Diese reduziert zwar die Partikelemissionen, treibt aber die Herstellungskosten nach oben. 

Aber Achtung: Als Gebrauchtwagen sind Diesel mittlerweile häufig günstiger als Benziner, weil immer mehr Dieselbesitzer Angst vor den seit Jahren diskutierten Fahrverboten haben und davor, dass sie nicht mehr in Innenstädte fahren dürfen.

Luftverschmutzung

Trotz der modernen Technologien kann ein Diesel viel eher schlechte Luftqualität verursachen als ein Benziner. Die Stickoxide (NOx), die vor allem ältere Dieselmotoren ausstoßen, werden mit Atembeschwerden und anderen Gesundheitsproblemen in Ballungsgebieten in Verbindung gebracht. 

Viele Kurzstrecken

Wenn du mit dem Gedanken spielst, dir einen Gebrauchtwagen mit Dieselmotor zuzulegen, solltest du als erstes überlegen, ob du hauptsächlich Kurzstrecken oder Langstrecken fährst. Ein Diesel mag nämlich keine Kurzstrecken. Die meisten modernen Dieselfahrzeuge sind mit einem Dieselpartikelfilter (DPF) ausgestattet, der die schädlichen Partikelemissionen reduziert. Damit der DPF aber effizient arbeiten kann, muss der Motor eine bestimmte Temperatur erreichen. Wenn du also häufig kurze Fahrten mit niedriger Geschwindigkeit unternimmst, kann der DPF verstopfen. Das kann Motorprobleme mit sich bringen, deren Behebung teuer werden kann.

Welches Auto ist für mich das richtige?

Die Antwort hängt davon ab, wie viele Kilometer du fährst. Wenn du fast ausschließlich kurze Fahrten in der Stadt unternimmst, solltest du dich eher für einen Benziner als für einen Diesel entscheiden. Wenn du viele weite Fahrten unternimmst und viele Kilometer auf der Landstraße oder Autobahnkilometer zurücklegst, kann ein Diesel die bessere Wahl sein.

Langfristig plant die Regierung, den Verkauf von neuen Benzin- und Dieselfahrzeugen in Deutschland ab 2035 (spätestens 2050) zu stoppen, um die Käufer zu emissionsärmeren Hybrid- und Elektroautos zu bewegen. Im Moment gibt es bei gebrauchten Benzin- und Dieselfahrzeugen aber eine große Bandbreite an Modellen mit einer guten Effizienz, so dass beide Fahrzeuge, je nach deinem Bedarf, eine gute Wahl sein können.

Bei Cazoo findest du eine große Auswahl an hochwertigen Gebrauchtwagen. Schau dich doch einfach mal um und nutze die Suchfunktion. Oder lass dich von unserem breitgefächerten Angebot inspirieren, dann findest du sicher ein Auto, das dir gefällt. Du kannst es online kaufen oder finanzieren. Wir liefern es direkt vor deine Haustüre.